Informationen zu einer SSD im Mac mit Intel SSD 510 Erfahrungsbericht

Hier ist einmal eine kleine Übersicht zu einer SSD (Solid State Drive) im Mac plus einem Intel SSD 510 Erfahrungsbericht: SSDs bieten eine wesentlich bessere Leistung und Geschwindigkeit für den Mac allgemein, das bedeutet, dass SSDs den Mac wesentlich schneller in Sachen Booten, Programme öffnen und Datentransfers machen, als ein besserer Prozessor oder mehr RAM. SSDs sind bis zu 10 mal schneller, als HDDs (Hard Disk Drive) und sie sind lautlos, vibrieren nicht und auch robuster. HDDs mit 5200rpm (Rotations per minute für Umdrehungen pro Minute) haben meist Geschwindigkeiten um die 80MB/sek. und welche mit 7200rpm noch ein bisschen mehr. Durch die schnellere Rotation gibt es aber auch eine höhere Geräuschentwicklung und mehr Vibrationen. Bei einer Seagate mit 2,5 Zoll, 500GB und 7200rpm war die Vibration stärker, als das CD/DVD Laufwerk bei maximaler Geschwindigkeit, sodass es nach einer Zeit unangenehm an den Händen und Armen wurde. Zumindest war das in meinem Fall beim MacBook Pro 13 so. Leider, egal wie gut sich so etwas anhört, gibt es immer einen Haken, da es ja sonst schon Computerstandard wäre: Der Preis. (Bild: Intel SSD 510, Quelle: Amazon.at)

Gute SSDs gibt es ab ca. 80€ bis hin zu 800€. Das kommt auf die Marke, die Kapazität und den Anschluss an. Befassen wir uns als erstes mit der Marke. Die beliebtesten Marken sind Intel, OCZ, Crucial, aber auch Samsung ist nicht unbeliebt. Generell scheint es ziemlich egal zu sein welche Marke man nimmt, aber es gibt einiges zu beachten. Besonders die OCZ Vertex 3 ist sehr beliebt, warum erwähnen wir bei den Anschlüssen zwei Absätze weiter unten. OCZ bietet leider keine Möglichkeit SSD Firmware Upgrades ohne Windows durchzuführen, sodass man Windows auf einer internen Festplatte haben muss, um ein Firmware Upgrade durchzuführen. Windows über eine externe Festplatte geht leider nicht ohne Weiteres. Nochdazu würde Windows wieder eine extra Partition und Speicherplatz auf der SSD benötigen. SSD Firmware Upgrades bringen Verbesserungen aber besonders Fehlerbehebungen wie z.B. bei einen Aufhänger mit dem Beachball-Loader. Besonders die OCZ Vertex 3 soll oft mit Sandy Bridge Prozessoren Probleme machen und oft einen solchen Aufhänger verursachen. Aber auch bei vielen weiteren Marken sind solche Fälle bekannt. In diesem Bereich hat Intel die Nase vorne und bietet nicht nur wie z.B. Crucial SSD Firmware Upgrades über ein ISO Image und dadurch über eine CD/DVD, sondern macht auch am wenigsten Probleme, nämlich so gut wie nie. Bei den 320er Modellen von Intel bekommt man ganze 5 Jahre Garantie, statt 3 Jahre, auch wenn man sie schon gekauft hat und das ohne Aufpreis. Aber OCZ wird sich für SSD Firmware Upgrades noch etwas einfallen lassen und das verbessern, die Frage ist nur wann es soweit ist.

Nun zur Kapazität: Ein GB kostet bei einer SSD um die 1-3€. Bei einer HDD gerade einmal ca. 0,10€. Man muss also wissen, was man auf ihr draufhaben will. Das Betriebssystem und die Programme auf der SSD zu haben bringt einen großen Geschwindigkeitsturbo. Bei Bildern, Musik, Videos und anderen Daten meist nur wenn man sie kopiert und dann auch nur von SSD auf SSD. Von SSD auf eine HDD ist die Geschwindigkeit genau so schnell, wie von einer HDD auf eine HDD und da externe Festplatten meist nicht viel schneller als HDDs sind, müsste man schon zwei SSDs mit SATA Anschluss haben, sowie oft Dateien kopieren, damit sich das lohnen würde. Bilder werden kaum schneller angezeigt, da sie wenn dann meist berechnet und ausgegeben werden müssen, das der Prozessor übernimmt. Höchstens große Textdateien, die in den RAM kopiert werden, würden schneller vollständig angezeigt werden. Musik und Videos werden kaum schneller abgespielt oder angezeigt werden und so gesehen gibt man für einen HD Film dann noch einmal ca. 9€ extra für das Speichern aus. Deshalb sollte man persönliche Daten etc. auf einer zweiten internen Festplatte haben oder zu einer externen Festplatte greifen. SSDs bekommt man von 40GB bis hin zu 512GB. Empfehlenswert sind 80GB, 120GB und wenn noch Windows und gegebenfalls Linux drauf soll und tief in die Tasche greifen kann oder will, kann auch 240GB nehmen. 512GB kosten ca. 800€ und gibt es auch nur bei Crucial und ein paar anderen Marken. Intel, OCZ und Samsung bieten die Kapazität nicht an. Generell ist so eine Investition eher unsinnig.

Nun zum Anschluss: Relativ aktuelle Macs haben entweder einen SATAII- oder einen SATAIII Anschluss. SATAII bietet 3Gb/sek. und SATAIII mit 6Gb/sek. das Doppelte. Was HDDs mit ca. 1Gb/sek. nicht erreichen, kann die SSD schaffen. SATAII SSDs schaffen meist ca. 200MB/sek. und SATAIII SSDs meist bis zu 550MB/sek.. Hier ist es wichtig gut zu überlegen: Eine SATAIII SSD ist zwar abwärtskompatibel zu SATAII, wird die hohen Geschwindigkeiten aber nicht mit SATAII erbringen können. Die OCZ Vertex 3 ist so eine SATAIII SSD und wie oben auf das hier verwiesen wurde, ist sie so beliebt, weil sie 550MB/sek. schafft und damit schneller als die Konkurrenz ist. Unter SATAIII ist das schön und gut, aber unter SATAII ist man mit einer billigeren OCZ Vertex 2 genauso gut versorgt. Deshalb sollte man nur zu einer SATAIII-kompatiblen SSD greifen, wenn man vor hat diese in einem SATAIII-kompatiblen Mac zu verwenden oder die SSD später in einen neuen SATAIII-kompatiblen Mac einzubauen. Im nächsten Absatz unten gibt es noch einen wichtigen Hinweis, wenn man zwei Festplatten im MacBook oder MacBook Pro haben will. (Bild 1: SATA Kabel, Bild 2: Verbundene 3,5 Zoll SATA Festplatte von unten mit Datenkabel (links) und Stromkabel (rechts), Quelle: Wikipedia)

Noch als Anhang zu diesem Thema haben wir ein paar Tipps zur Datenverwaltung bzw. Datenaufteilung bei einer SSD: Wie schon oben erwähnt sollte das Betriebssystem und Programme auf einer SSD sein und andere Daten auf einer zweiten internen oder auf einer externen Festplatte. Leider bieten MacBooks offiziell nur Platz für eine eine Festplatte. Aber wo wären wir denn, wenn man sich nicht schon einmal überlegt hätte, eine zweite Festplatte statt dem optischen Laufwerk einzubauen. Durch OptiBay oder Hardwrk wird das möglich gemacht. Das optische Laufwerk kommt raus, die zweite Festplatte übernimmt dessen Platz und man kann sich so einige 100€ bei einer SSD sparen, indem man eine kleinere SSD kauft. (WICHTIG: Manche SATAIII MacBook Pros haben nur eine SATAII Schnittstelle beim optischen Laufwerk! Hier sollte man die SSD an der primären, echten Festplattenposition anschließen und nicht statt dem optischen Laufwerk!) Das optische Laufwerk kann bei OptiBay und Hardwrk durch ein mitgeliefertes Gehäuse über nur einen USB Anschluss auch unterwegs betrieben werden. Das einzige das mir dabei bis jetzt Probleme gemacht hat ist, dass das USB Zeichen vom USB Anschluss beim CD/DVD Laufwerksgehäuse von Hardwrk mittlerweile abgekratzt ist. Sonst ist aber alles einwandfrei. Wer so etwas vor hat, sollte einmal zu einem Apple autorisierten Service Provider gehen und sich erkundigen, ob so ein Austausch dort gemacht wird (eine Liste von Hardwrk gibt es hier: KLICK HIER). Bei mir wurde es für ca. 50€ exklusive den Kosten für SSD und das Einbau-Kit gemacht. Wer sich das einbauen lässt, riskiert nicht seine Garantie durch Probleme, die man gemacht hat oder Hinweise, dass man selbst herumgefummelt hat, das eben einen Garantieverlust bedeuten würde. Das optische Laufwerk sollte natürlich bei einem Garantiefall unbedingt wieder eingebaut sein und nicht mit zwei Festplatten übergeben oder eingeschickt werden. Nähere und genauere Informationen gibt es bei Apple autorisierten Service Providern. Alternativ kauft man sich eine externe Festplatte (z.B. eine mit FireWire 800 von WD, die keine externe Stromversorgung benötigt: KLICK HIER oder eine eine bisschen Langsamere über USB.). So kann man viele GB sparen und sich eine kleinere SSD kaufen. Tipp: Bei einer SSD immer mindestens 10GB frei lassen, damit es keine extremen Verzögerungen oder Aufhänger gibt.

Hier noch ein paar Extras zu TRIM: OS X Lion unterstützt zwar TRIM (überschreibt direkt alte Daten, sodass die SSD wenn sie voll ist nicht extrem langsam wird) , aber nur bei Apples meist stark überteuerten SSDs (128GB SSD bei Amazon ca. 120€, bei Apple 200€, 256GB bei Amazon ca. 250€, bei Apple 500€, 512GB SSD bei Amazon 800€, bei Apple 1000€), die nicht schneller oder wirklich besser als welche von Intel, OCZ, Crucial oder Samsung sind. Durch TRIM Enabler (auch für OS X Lion) kann man TRIM inoffiziell für alle SSDs aktivieren, auch wieder um Verzögerungen und Aufhänger zu vermeiden.

Als letzter Tipp: Eine externe SSD über USB (480Mb/sek.), FireWire 400 (400Mb/Sek.) oder FireWire 800 (800Mb/sek.) lohnt sich überhaupt nicht. Eine SSD schafft mehr als das Doppelte oder 5-fache über SATAII bzw. SATAIII. Über diese Anschlüsse würde sich eine HDD viel mehr lohnen.

Zum Abschluss der Erfahrungsbericht: Ich habe eine Intel SSD 510 120GB genommen, da diese am besten funktionieren soll und so gut wie keine Probleme verursacht, das ich nach einem Monat bestätigen kann. Die Installation von OS X Lion habe ich durch ein SATA zu USB Festplattengehäuse mit meiner alten HDD geregelt und OS X Lion von der externen internen Festplatte gestartet und danach die OS X Installations-App ausgeführt. Ein paar Tage später kam das Hardwrk Einbau-Kit an, das ich genommen habe, weil OptiBay eine längere Versandzeit hat und die Lieferung von Hardwrk per DHL nach Wien, Österreich zwar mit ca. 15€ teuer, aber dafür relativ schnell erfolgte (Donnerstag Nachmittag bestellt und mit Samstag am Dienstag in der Früh angekommen). In Österreich baut McShark das Einbau-Kit leider nicht ein, aber z.B. mac(office in Wiener Neustadt oder digitalis in Graz schon (hier noch einmal die Liste von Hardwrk für Deutschland, Österreich und die Schweiz: KLICK HIER). Für ca. 50€ ging dann alles ohne Probleme und mit einer merkbaren Veränderung.

OS X Lion mit iTunes, Browser (damals iCab, nun Chrome, aber kaum beduetende Unterschiede in der Geschwindigkeit beim Öffnen), Skype, Adium, Socialite, Mail, Dropbox und iStat Menues mit Passworteingabe ist nun nicht mehr in 3 Minuten bereit, sondern in ca. 25 Sekunden und in 35 Sekunden ist alles so weit geladen, sodass es nicht mehr leicht ruckelt oder noch spürbar am Laden ist. Applikationen hüpfen meist nur noch 1 Mal und wenn dann manchmal 2 oder 3 Mal. Größere Applikationen wie Adobe Photoshop werden zwar schneller sein, aber dennoch eine Weile brauchen. Die Systemeinstellungs-App hüpft z.B. nur noch 1 Mal.

Ich persönlich kann die Intel SSD 510 120GB nur empfehlen, genauso wie das Hardwrk Einbau-Kit. Hoffentlich hat dieser Artikel bei der Entscheidung geholfen. Über Feedbacks in den Kommentaren würde ich mich sehr freuen! Fragen können natürlich auch in den Kommentaren gestellt werden ;)

Das hier ist lediglich für Informationen, Hinweise, Tipps und Kaufempfehlungen. Wir haften nicht für Probleme, Schäden oder Unkosten die hier entstanden sind. Jeder ist für sich, seine Geräte und seine Handlungen selbst verantwortlich.